Vibro-taktile Handnavigation ermöglicht sehbeinträchtigten Personen die Unterscheidung von
alltäglichen Objekte, die sich nur in ihrem Aussehen unterscheiden. Neu konzipierte
Vibrationsmuster nach dem Prinzip „Landebahnbefeuerung“ sollen hier einen
Forschungsbeitrag für sehbeeintrachtigte Personen leisten.
Zur Umsetzung wurde ein Armband entwickelt, das mittels Bluetooth-Low-Energy von einem
tragbaren Computer angesteuert wird und auf dem ein Mikrocontroller und ERM-
Vibrationsmotoren Vibrationsmuster auf dem Unterarm des Nutzers erzeugen können. Auf
einem tragbaren Computer läuft ein Programm, dass dreidimensionale Bewegungsanweisungen
als Grundlage der Vibrationsansteuerung berechnet.
Die Arbeit an diesem Projekt zeigt, dass taktile Handnavigation für sehbeiträchtigte Personen
als Erweiterung des „VisitKO“-Systems der Universität Koblenz möglich ist und dass die neu
konzipierten Landebahnbefeuerungs-Vibrationsmuster von sehbeeintrachtigten Personen
verstanden werden. Weil das Gehör zur alltäglichen Orientierung für Blinde wesentlich
relevanter ist als der Tastsinn, kann eine Orientierungshilfe basierend auf dem Tastsinn als gute
und störungsfreie Alternative zu Hörsinn-basierten Geräten gewertet werden.
Die Implementation ist mit der Unterstützung einer Schule für Sehbeeinträchtigte evaluiert
worden. Bei der Evaluation wurde die Funktionsfähigkeit des Systems bestätigt und
Einsichten in das weitere Entwicklungspotienzial des Prototyps gewonnen.